Statt Polarlichter, Frust-/Lust-Tour ins Warme

Hallo liebe Familie, Freunde, Bekannte und Neugierige, lieber Roland,

was hat es mit diesem „Roland“ auf sich und wer ist das⁉️ 🤔 Roland Österle ist ein erfahrener Handwerksmeister 🤓 und arbeitet für mich im 🗝️www.Schluesselnotdienst.info 🔑. Nur wenn er mir frei gibt und Bereitschaft für unsere Kunden in Not schiebt, darf ich verreisen. Somit wird Ihnen/euch auch in meiner Abwesenheit geholfen und unser Notdienst ist erreichbar. Bis hier bleibt der Text immer oben 🔝 stehen.

Ab hier geht mein täglicher Reise-Blog los, in welchem die älteren Erlebnisse immer nach unten 🔃 rutschen und die News immer chronologisch oben stehen (meine Empfehlung wegen der Bildansichten, Smartphone quer nehmen):


Tag 25, 21.11.:

Morgens, 3 Uhr. Irgend etwas rüttelte und schüttelte mich wach. Doch niemand fasste mich an der Schulter. Es kam irgendwie von unten. Ein Hin und ein Her, ein Geschüttle und ein Gehopple. Irgendwann wurde mir bewusst, ich bin ja auf einem Schiff und es muss schweren Seegang haben. Die Kinetose holte mich nicht ein, doch an Schlaf war nicht mehr zu denken. Gegen 6 Uhr und dem gefühlt hundertsten Mal im Bett wälzen, stand ich auf und ging unter die Dusche. In der winzigen Kajüten-Dusche, in welcher ich meinen massigen Körper ohnehin kaum unterbrachte, war der Seegang ebenfalls eine Herausforderung. Ich nahm mir vor meinem facebook-Netzwerk einen Sonnenaufgang-„Live“ zu bieten. Deshalb begab ich mich auf das teilgeschützte „Raucher“-Aussendeck, mit einem Croissant und einem Kaffee. Dies hatte ich mir zuvor an der schon offenen Bar besorgt. Der Video lässt sich, wie zwei andere „Lives“ und zwei „Roadmovies“, leider nicht herunterladen. Deshalb hier mein facebook-Link: https://www.facebook.com/DieterEdwinAlbrecht

Pünktlich kamen wir an Morgen in Bari an.

Bilder gibt’s mit dem nächsten WLAN. 😉

Und jetzt machst ich Feierabend, da ich zu viel erlebt und gesehen habe und mir das heute zu viel zum Schreiben ist.

gN8 😘


Tag 24, 20.11.:

Heute gab’s ein ganz gemütliches Frühstück. Zur Abreise hatte ich gestern bereits das meiste vorbereitet. So konnte ich mich gemütlich rasieren und die Haare schneiden. Nach dem Duschen füllte ich den Wassertank auf und machte den Wohnwagen abfahrbereit. Lefteris half mir diesen aus dem Stellplatz rauszuschieben und anzukuppeln. Ich verabschiedete mich bei meinen Gastgebern und fuhr los Richtung Patras zur Fähre. Um die Ecke musste ich jedoch noch für meine liebe Freundin Katja als Pflanzennärrin und für Holger Friesen, welcher im Nebenerwerb für die Vertriebsfirma „Forever Living Products Germany GmbH“ arbeitet, welche viel mit Aloe Vera-Produkten macht, Fotos schiessen. Da standen geschätzt über 5 m hohe Aloe Vera-Kakteen. So grosse hatte ich noch nie im Leben gesehen.

Die Fahrt nach Patras verlief reibungslos. Am Check In für die Fähre angekommen, erlebte ich jedoch eine böse Überraschung. Von Ancona nach Igoumenitsa fuhr ich mit ANEK Lines. Deren Fähre hatte ruhige Sonnendecks und ein „Open Deck“ für „Camping on Bord“. Für die Steckte Patras-Bari buchte ich über NetFerry Superfast. Erst im Hafen erfuhr ich dann, dass dies ein völlig anderer Typ von Fähre ist. Nur zwei super laute „Sonnendecks“ Richtung der Maschineneinheit und kein Camping on Bord möglich. Somit kaufte ich mir für zusätzliche 210 € eine Kabine am Schalter nach. Alternativ hätte ich die ganze Nacht auf unbequemen Sitzmöbeln in der Lobby verbringen müssen. Im Preis sind weder das Frühstück noch WLAN inbegriffen. 🤔

Also Vorsicht liebe Reisemobilfreunde: Bucht unbedingt bei ANEK Lines!

Das Bording war problemlos. Und, die Fähre nicht einmal halb gefüllt, mit fast nur Lkws.

Hier noch das antiromantische, superlaute Sonnendeck. Wenigstens der Mond war schön. Mehr als ein kurzes Vesper lang, hielt ich da nicht aus.

Noch ein kurzer Blick nach Patras und ab ging es nach Italien.

Etwas surreal kam mir dann noch die Vorführung des Matrosen vor, welcher dem völlig leeren Saal zeigte, wie die Schwimmwesten anzulegen sind.

Wenigstens wurde ich mit einem schönen Sonnenuntergang und einem faszinierenden Lichtspiel des Abendhimmels entschädigt.

PS: Nur für euch 😘 kaufte ich mir zum Preis von 5 € einen WLAN-Zugang auf Bord, damit ich diesen Bericht schreiben konnte. 😉 Mit der Kajüte kostet mich die 16-stündige Überfahrt nun rund 500 €. 😪


Tag 23, 19.11.:

Dieser Tag war ganz davon geprägt, aus meinem Dauercamper wieder einen Mobilcamper zu machen. Zudem musste ich irgendwie zwei Kanister Olivenöl für die Familie Philoxinidis sicher verstauen. Das war gar nicht so einfach. Ich musste einiges umbauen. Die Kanister wurden von Christos und mir sicherheitshalber in Plastiksäcke verpackt. Als ich einen Kanister einige Stunden später reintrug und in den Plastiksack an den Henkel des Kanisters griff, zwickte was gewaltig an meinem rechten Zeigefinger. Im Eingang des Wohnwagens stellte ich den Kanister ab und zog meine Hand raus. Ein grosses grünes Ding hing an meinem Finger. Ich schüttelte es ab und auf dem Fussabstreifer meines Eingangsbereiches sass eine ca. 10 cm lange Gottesanbeterin. Etwas erschrocken nahm ich eine Zehensandale, schob das Vieh vorsichtig mit der zweiten Sandale drauf und beförderte es im hohen Bogen in die Wiese. Im Nachhinein ärgerte ich mich, dass ich dieses eigentlich hübsche Tier nicht fotografierte. 😪

Das Hotel hat eine Waschmaschine und einen Wäschetrockner mit je einer 10 kg-Trommel. Diese Chance nutzte ich, um am Vortag meiner Abreise die Betten zu waschen.

Danach erledigte ich noch einen Einkauf für die nächsten Tage. Gegen 20 Uhr duschte ich und begann danach meinen Blog auf den aktuellen Stand zu bringen.

Morgen sind nur noch einige Kleinigkeiten für die Weiterreise erforderlich. Ich hoffe in Italien etwas flexibler reisen zu können und das eine oder andere Erlebnis, diverse Sehenswürdigkeiten etc. mit euch teilen zu können. Bis morgen. gN8 🥰


Tag 22, 18.11.:

Es ist immer noch feucht und regnerisch. Klar sind es erst zwei Tage, doch ich war verwöhnt. Wider Erwarten einer guten Nachricht rief ich mal die Botschaft in Athen an. Dies, weil die Seite des Auswärtigen Amtes alles andere als verständlich ist. Ich fragte ob es irgendeine Möglichkeit der Ausreise aus Griechenland gäbe. Die Antwort war kompetent und klar. Ja, ich müsse nur ein Formular für Kontrollen selbst erstellen, welches die ausgesprochen freundliche Dame mir dann genau beschrieben hatte und eine Fähre buchen. Dann dürfte ich da hin fahren und ausreisen.

Gesagt getan, ich buchte für kommenden Freitag eine Fähre von Patras nach Bari, Italien. Die Buchung ging reibungslos.

Nun hatte ich ein neues Ziel vor Augen. Da es kurzfristig trocken war fing ich an mein Sonnensegel abzubauen, den Roller zu verstauen sowie die Liege und den Tisch zu verräumen. Dann kam ich auf die Idee, dass der Wohnwagen mal wieder eine komplette Aussenreinigung vertragen könnte. Die letzte war 1,5 Jahre her. So leiterte ich an und fing mit den Dachfenstern und dem Dach an. Am Ende hatte ich den Wohnwagen und meinen Mazda komplett aussen gereinigt. Alles glänzt wieder.

 

 

 

 

 

 

 

Zur Feier des Tages und zum Tagesabschluss bestelle ich beim Lieferservice ein griechisches Menü.


Tag 21, 17.11.:

Diesmal ein Beitrag ohne Bild. Warum? Der erste Tag mit kühlerem Wetter und etwas Regen. Diese Zeit nutzte ich für Büroarbeit. Zum Glück geht das mit Lexoffice auch online, egal wo auf der Welt.

Danach machte ich noch einen Ausflug nach Pyrgos. Dort wollte ich vor allem einige Postkarten kaufen. Das war allerdings nicht möglich. Postkarten gehören zu den „verbotenen Sortimenten“ während des Lockdown mit Ausgangssperre. 😪

Das war es für diesen Tag.


Tag 20, 16.11.:

Heute machte ich mir meinen ersten selbstgemachten griechischen Kaffee. Die Utensilien kaufte ich schon einige Tage zu vor.

Wie drei Tage zuvor fühlte ich wieder alle Muskeln und Gelenke in meinem Körper. Nun steht fest, ein Grundstück mit vielen Olivenbäumen werde ich nie kaufen.

Und nun ratet mal, was ich zur Regeneration machen musste … – ja richtig: B6

Damit endete der vorläufig letzte Strandtag.


Tag 19, 15.11.:

Nach diesen zwei Tagen Erholung Sport am Strand, durfte ich nochmals bei der Ernte mit anpacken.

Das Vesper wurde immer besser. Böse Zungen behaupteten, dass ich nur deshalb mithelfen wollte. 🤔

An diesem Abend fiel ich ähnlich „tot“ ins Bett, wie vor drei Tagen. Tut Arbeit im Urlaub wirklich gut? Morgen lest ihr, was ich gegen diese Erschöpfung unternehmen musste. Na, ratet mal!? 😜


Tag 17 und 18, 13. und 14.11.:

Diese zwei Tage fasse ich mal zusammen. Manoman bin ich ein Weichei! 🙃 Nur ein Tag Olivenernte und ich hatte an Stellen Muskelkater, an welchen ich noch nicht mal wusste, dass ich da Muskeln habe.

Und, was macht man dagegen: Natürlich „B6“ – „Sport“! 😜🦶🏻🏖️


Tag 16, 12.11.:

Heute durfte ich von Christos lernen wie man Oliven erntet und dabei mithelfen. Im Wesentlichen werden die Oliven mit Stöcken, speziellen Schlag-Rechen (so würde ich die Dinger mal nennen) verschiedener Längen und bei den abgesägten Ästen teils maschinell von den Zweigen geschlagen. Unter den Bäumen liegen dazu Netze in welche Oliven und Blätter sowie kleine Zweige fallen. Mit groben Rechen recht man die Zweige heraus und entnimmt diese von Hand. Auf den Netzen werden die Oliven eingesammelt und in Sammelboxen auf einem LKW geschüttet. Diese werden dann zum Pressen bzw. Verarbeiten gefahren. Die Verarbeitung muss innerhalb von spätestens 12 Stunden erfolgen, da ansonsten ein Gärprozess einsetzt, welcher den Geschmack des Olivenöls negativ beeinflusst. Am Ende der wohl längsten Fotoserie dieses Blogs kommt noch ein Videofilm von mir über den gesamten Verarbeitungsprozess.

Natürlich mussten alle sich zwischendurch stärken.

 

 

 

 

 

 

 

Die Hühner kamen ebenfalls nicht zu kurz. Die holten sich in der Pause kleine, grüne Rauben aus den Netzen, welche beim Schlagen von den Bäumen gefallen waren.

Am Abend war die ganze Ernte beim Verarbeiter um Öl daraus zu gewinnen. Zuerst die Fotos und danach der Film.

Nun der Film:

Nach dem Besuch der „Olivenöl-Fabrik“ gab es noch ein ausgiebiges Essen und viele Gespräche mit der Familie Nikolakopoulos. Einer davon ist Kosta, vom Landhaus in Bad Dürrheim-Öfingen, welcher seine Gaststätte ebenfalls schliessen musste.


Tag 15, 11.11.:

Wie am 11.11. üblich, buntes Treiben: Die reifen Granatäpfel fallen vom Strauch. 🥳

Ansonsten ein Tag wie gestern, nur diesmal mit Sonnencreme auf Brust und Schulter. 😎


Tag 14, 10.11.:

Da in Griechenland eine generelle Ausgangssperre gilt und man nur für bestimmte Ausnahmen die „Wohnung“ verlassen darf, braucht man dafür eine „Erlaubnis“. Mit griechischer Mobiltelefonnummer kann man eine SMS an eine zentrale Nummer mit einem von sechs Codes als Begründung senden. Ohne diese, z. B. als Ausländer, muss man ein vorgeschriebenes Formular mitführen, in welchem der Grund zum Verlassen der Dependance selbst eingetragen wird. Zum Glück gab es da neben: Arztbesuch, Apotheke, Einkaufen, auch Sport im Freien in der Nähe des Wohnortes.

Tanzen geht nicht, Joggen mag ich nicht, also wählte ich Schwimmen im Meer als Sportart. Wie schon an Tag 8 und anderen Tagen, bevorzuge ich das nackt.

Seit meiner Jugend ist für mich Nacktheit bzw. FreiKörperKultur nichts besonderes, sondern eine völlig natürliche Lebenseinstellung. Ich lebe naturistisch im Privaten, wo es erwünscht, erlaubt, geduldet bzw. nicht verboten ist. Da denke ich gar nicht erst darüber nach. Es ist einfach so. Und, ich berücksichtigte wo es nicht geboten ist.

Übrigens; wer es noch nicht weiss, in unserem Kulturkreis ist es normal, dass man nackt in der Sauna ist. Das ist de facto kein FKK❗😉

Natürliche Nacktheit hat meinen Grundwerten nach auch etwas mit Gleichstellung zu tun. Nicht Kleider machen Leute, sondern das Verhalten. Nackt ist der soziale Umgang auf einer Augenhöhe wesentlich selbstverständlicher.

Meine Einstellung (Gleichnis): Burkini und FKKler im gegenseitigen Respekt Seite an Seite am Strand. In Dänemark hatte ich erlebt, dass dies gut funktioniert.

Auch nahtlose Bräune gefällt mir sehr. Das nasse Ding von Badehose stört mich jedes Mal nachdem ich aus dem Wasser komme. Mit den Elementen Wasser und Luft eins sein, diese spüren, ja und auch mal die Erde in einem Schlammbad oder durch Wellen angespülter Sand, ohne diese/n mit Kleidung vom Körper abzuhalten, ist für mich ein Gefühl der Freiheit und Verbindung mit der Natur.

Zudem bin ich Asu-Art®-Künstler, wobei Nacktheit eine nicht unbedeutende Rolle spielt.

Aus diesen Selbstverständnissen heraus mache ich mir selbst dann keine Gedanken darüber, wenn ein natürlicher, nicht erigierter  Penis auf einem meiner Fotos zu sehen wäre und auf meiner Künstlerseite (www.Asu.Art) auch ist. Das sehe ich quasi gar nicht.

Doch Achtung: facebook ist nicht Deutschland bzw. Europa. In Deutschland und den allermeisten Ländern Europas sind Nacktdarstellungen ohne Altersbeschränkung erlaubt, sofern diese keine sexuelle Handlung, Pornographie oder erigierte Glieder bzw. teiloffene Vaginas zeigen. Siehe auch diverse Presse- und Medienprodukte. Doch wenn die pseudo-prüden Amis entscheiden oder deren facebook-„Sklaven“ in Manila & Co., wird man auf dieser Plattform gnadenlos und ohne Diskussions- und echte Einflussmöglichkeit zensiert bzw. gleich eliminiert. Diese Gleichschalt-Maschine sperrt einen schon ohne Hose mit Ansicht von vorne, selbst wenn der Penis kaum bis gar nicht zu erkennen ist bzw. man bei Frauen eine Brustwarze sehen oder nur vermuten kann. Spätestens dann, wenn ein/e Denunziant/in das meldet. Exkurs Ende.

Ich finde es bedauerlich, dass natürliche Nacktheit von einigen gleich sexualisiert, pervertiert oder gar als abstossend empfunden wird.

Noch schlimmer finde ich es, dass Bordellbetriebe den Kulturbegriff FKK missbrauchen. Ätzend! Möglicherweise rührt auch daher die Entwicklung, dass insbesondere einige Männer manche FKK-Zonen, z. B. an Baggerseen, als eine Art Sextreff ansehen und vor exhibitionistischen bzw. sogar sexuellen Handlungen nicht zurückschrecken. Wenn ich das sehe spreche ich diese Typen an und zeige die Grenzen auf. Die meisten verschwinden dann.

Natürlich muss jeder Mensch seinen Weg und sein Selbstverständnis zur FKK finden sowie leben. Doch vermeidet bitte die Perversion bzw. Sexualisierung und, weist diese entschieden zurück. 😘

Sollte jemand bei solch einem Bild in Verwirrung geraten oder es für fragwürdig halten, hier zwei Hilfestellungen: Wikipedia I. / Wikipedia II.

Bis zum Sonnenuntergang konnte man im Meer und am Strand „Sport treiben“, so milde waren bis abends die Temperaturen.

Mehr war an diesem Tag nicht los. Schwimmen, am Strand solange erholen bis ich nicht mehr vom Sport erschöpft war (einfach sonnenbaden ging ja nicht) und ich in der Lage war zum „Zorbas“ zurückzufahren. 😉


Tag 13., 09.11.:

Heute ist nur relaxen angesagt und spätnachmittags frisch vom Baum vor meinem Wohnwagen gepflückte Granatäpfel mit griechischem Joghurt sowie einem alkoholfreien „Hellenic Beer“ der Marke Mythos geniessen.

Bis morgen.


Tag 12, 08.11.:

Morgens die Dachluke über dem Bett zu öffnen und den blauen Himmel zu sehen macht Freude auf den Tag.

Heute ging es erstmal ans Umräumen. Es ist ein Unterschied, ob man wie mit einem Wohnmobil von Ort zu Ort unterwegs ist oder einen festen Stellplatz hat. Beim permanent Unterwegssein heisst es alle Dinge so zu verstauen, dass sie während der Fahrt nicht durcheinander fliegen. Bei Pausen oder Übernachtungen nimmt man nur das Nötigste raus, um nicht vor der Weiterfahrt so viel verstauen zu müssen. Beim Dauercamping lebt es sich eher wie im Wohnzimmer. Da stellt man sich die Sachen bereit und breitet sich wie in einer Wohnung aus. Dabei hatte ich auch sehr viel ausgemistet und aufgeräumt. Ein Bett, welches ich schon seit Jahren immer als Ablage benutze, konnte ich komplett freiräumen. Meine Ex-Partnerin hatte sich das immer gewünscht. Doch auch sie selbst hatte keine Idee wohin mit den ganzen Dingen. Nun war Zeit einfach mal alles auszusortieren, was ich die letzten zwei, drei, vier Jahre überhaupt nicht benutzte und auf dem Bett somit nutzlos rum lag. Zwei Wäschekörbe voll unnötige Dinge tauchten dabei auf. Und, nun habe ich das Bett frei. Eine zukünftige Partnerin muss jetzt nicht mehr unbedingt neben einem schnarchenden und ggf. schwitzenden Mann liegen, sondern kann ihr eigenes Bett nutzen. Mal sehen wann eine Partnerin und/oder nette Reisebegleitung wieder an meiner Seite sein wird. Ich bin bereit – der Wohnwagen auch. 😇

Hier noch einige weitere Einblicke in das fahrende Hotel:

In der „Garage“ vorne habe ich, neben Tisch und Stühlen etc., übrigens meinen Motorroller drin. Keine Angst, ich überschreite damit weder die zulässige Nutzlast noch die Stützlast dieses Fahrzeuges. Siehe dazu meinen Wiegeplan. Den Grundriss habe ich für euch ebenfalls eingefügt.

Weitere wichtige Reisefahrzeug-Eigenschaften sind: Eigenes Bordnetz mit Innenraumbatterie, welche auch während der Fahrt vom Zugfahrzeug aus geladen wird und ein fest eingebauter, verschliessbarer Abwassertank, für das s. g. „Grauwasser“.

Warum das wichtig ist!? Üblicherweise sind Wohnwagen dafür gebaut um auf Campingplätzen zu stehen. Dort hat man einen Stromanschluss und oft auch einen für Abwasser. Oder, es wird ein mit Rollen versehener, transportabler Abwassertank unter den freien Ausfluss des Caravans gestellt, welcher regelmässig entleert werden muss. Wohnmobile sind dagegen eher autark ausgestattet, mit oben beschriebenen Zubehör. Dies, um „frei stehen“ und täglich den Standort wechseln zu können. Das unterscheidet die meisten Caravaner von Wohnmobilisten.

Mein Ziel bei der Anschaffung war, ein geräumiges, günstiges Reise-Fahrzeug zu haben. Es sollte eines mit grosser Rundsitzgruppe im Heck sein, um auch mal bei schlechtem Wetter einen bequemen Lenz machen zu können, mit tollen Ausblicken. Und, es sollte ein Motorroller mitgeführt werden können. Zudem wollte ich autark von Ort zu Ort reisen können. Erfahrungen hatte ich genug. Zum einen bin ich seit über 40 Jahren selbstständiger Camper, anfangs mit immer grösser werdenden Zelten. Zum anderen, wer es noch weiss, vermietete ich auch mal Wohnmobile. Danach mietete ich diverse Wohnmobile und Wohnwagen. Dabei machte ich mir über Jahre eine Bedarfs- und Prioritäten-Liste. Auf Platz eins und zwei landeten die beiden vorgenannten Eigenschaften. Mit dieser Liste ging ich unvoreingenommen auf den Caravansalon nach Düsseldorf und die CMT nach Stuttgart. Damals war noch nicht ganz klar, ob es ein Wohnmobil oder ein Wohnwagen werden sollte. Ein solcher Wohnwagen schien auch ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Spätestens als ich das Wort „Motorroller“ bei den Verkäufern in den Mund nahm, schüttelten diese bei Caravans nur den Kopf. Einige wenige wollten mir einem „Motorradanhänger mit Klapp-Schlafpritsche und Notküche“ als „Wohnwagen“ und einzige Lösung in dieser Fahrzeugart verkaufen. Und, selbst bei nicht geschwindigkeitsbegrenzten und von Schwerlastmaut etc. befreiten 3, 5-Tonner-Wohnmobilen, gab es weder eine „Wohnzimmer“-Sitzgruppe noch tatsächlich bzgl. mangelnder Nutzlast die Möglichkeit eine „Vespa“ mitzuführen. Irgendwann stiess ich auf den Bürstner Averso 440 TK Plus, mit quer eingebauten Stockbetten vorne. Das untere lässt sich hochklappen und arretieren. Dabei verschliesst es lückenlos die Bettaussparung im Innenraum und dahinter bzw. unter dem oberen Bett entsteht eine „Garage“ mit grosser Seitentür. Ich zückte meinen Meterstab. Die Idee war geboren. Ich kaufte ein solches Fahrzeug. Aus dem Abschleppwagen-Zubehör kannte ich spezielle Motorradhalter und bestellte einen, samt einer speziellen Verzurreinrichtung für Motorroller. Damit ihr seht was ich meine, hier zwei Bilder:

Und, wenn wir schon dabei sind, hier auch gleich die Bezugsquelle meines Aussen-Duschvorhangs:

Alles andere findet ihr bei den üblichen Campingausstattern.

Den Einbau des Rollerhalters samt Zurrösen mit Verstärkungen im Boden und die Konstruktion des Unterboden-Einbaurahmens für den Abwassertank samt Montage und Verrohrung, erledigte hochprofessionel Thomas Wegmann, aus Stockach, http://www.twmo.eu/. Er verstärkte übrigens auch die Mechanik meines Hubbettes mit zusätzlichen Gasdruckfedern, nachdem ich mir ein schwereres, orthopädisches Bettsystem von Wenatex einbauen liess. Dieses bezog ich, wurde angepasst und eingebaut über/von Physiotherapeut Holger Friesen aus Niedereschach-Fischbach, https://www.holgerfriesen.de.

Die Bezugsquelle der Tank-Gasflasche findet ihr ganz unten bei „Tag 0“.

So, fertig mit dem Tipps-, Tricks- und Empfehlungs-Block. Die kommenden Tage wird’s wohl ruhiger. Jetzt erst mal entspannen.


Tag 11, 07.11.:

Dieser Tag ist schnell erzählt. Vom Parkplatz des Hotels dürfte ich meinen Wohnwagen hinter das Privathaus von Margherita und Christos Nikolakopoulos stellen. Da ich nun wohl einige Zeit „zwangsweise“ hier verweilen muss, richtete ich meinen Wohnwagen auf Dauercamping ein: Stühle, Liege, Tisch raus, Sonnendach montieren, Motorroller aus der Garage holen und einiges mehr. Strom gab’s ebenfalls.

Das Ambiente: Ausblick auf Palmen, Granatäpfelsträucher und Zitronenbäumchen. So sollte sich der Lockdown aushalten lassen.

Nach dem Aufbau galt es sich erst einmal zu erholen. Schliesslich ist ja Urlaub. Und, fast Mitte November, nachmittags in der Badehose im Schatten sitzen zu müssen, liess auf einen zumindest wärmeren Lockdown hoffen, als in Deutschland.

So begann und endete mein Lockdown-Tag 1 in Peloponnes.


Tag 10, 06.11.:

Am Morgen gab’s ein letztes Frühstück bei der Familie Voicescu. Mit etwas Wehmut verlasse ich diesen Ort, denn eine solche Gastfreundschaft erlebt man selten. Zum Abschied wurden die wohl obligatorischen Bruderküsse über die Wangen ausgetauscht. Das war für mich befremdlich, doch bei diesen Menschen mir nicht unangenehm.

Die Fähren liessen sich mit Wohnwagen-Gespann nicht online reservieren!? Ich fuhr so früh wie möglich hin. Die ersten waren alle ausgebucht. In die um 14:30 Uhr stopfte man mich regelrecht rein. Bilder sagen hier mehr als tausend Worte:

Der Hafen von Igoumenitsa war in Sicht, das Festland vor dem Lockdown erreicht.

Die Fährmanschaft hatte mich so knapp eingewiesen, dass es nur noch mit abkoppeln und rausschieben möglich war, den Wohnwagen heil rauszubekommen.

Dann ging ein Wettlauf mit der Zeit los. Ich musste wegen der Lockdown-Bestimmungen vor 21 Uhr (eine Falschinformation – nicht die letzte) beim Hotel Zorbas sein: Myrtia 271 00, Griechenland, GoogleMaps-Link / www.zorbashotel.eu

Das gelang mir grade so. Ich kam in der Dunkelheit an und übernachtete auf dem Parkplatz. Zuvor wurde ich freundlich von der Familie Nikolakopoulos empfangen.


Tag 9, 05.11.:

Heute wollte mir mein hervorragender Reiseführer Korfu Stadt zeigen. Mihalis hat tatsächlich die Lizenz zum Reiseführer. Später brachte ihm das freie Eintritte ein, z. B. in die alte Festung von Korfu. Ich hätte als Schwabe gerne ebenfalls solch einen Reiseführer-Ausweis. 😉

Es ging bereits das Gerücht rum, dass Griechenland einen harten Lockdown verhängen will. Auch mein Freund George Philoxenidis aus Rottweil kontaktierte mich bereits und warnte mich vor. Er wollte parallel für eine Bleibe weiter Süden in Griechenland für mich schauen. Mihalis, George und ich waren uns einig, dass es bei einem Lockdown besser wäre eine feste Adresse zu haben. Wir überlegten zuvor kurz, ob noch genug Zeit zur schnellen Ausreise aus Griechenland zur Verfügung stand. Auf dem Landweg keine Chance und ein kurzer Online-Blick auf die Fährverbindungen des morgigen Tages zeigte, dass wohl alle ausgebucht sind. Das Gerücht vom Lockdown brachte wohl noch mehr zum Flüchten. Zumindest war die Nachricht spannend, denn niemand konnte mir was genaues sagen. Es gab auch keine Vorwarnung vor meiner Abreise. Selbst auf der Seite des Auswärtigen Amtes war vor der Anreise und aktuell noch nichts eindeutiges zu lesen. George wollte sich im Laufe des Tages wieder bei mir melden.

Unser erstes Ziel in Korfu-Stadt war die Kirche des Heiligen Spyridon.  Dieser ist wohl so etwas wie der Schutzpatron der Insel. Mihalis erklärte mir, dass jeder zweite auf der Insel entweder mit erstem oder zweiten Namen Spyridon heisse. Da er selbst Theologe ist und die Priester dort alle kennt, öffnete uns einer von ihnen das Allerheigste, die Reliquien des Heiligen Spyridon. Ein Foto durfte ich von ihm selbstverständlich nicht machen. Dann gab es in der Kirche noch Zettel und zwar eine Ausführung für das Gedenken an Verstorbene sowie eine für das Gedenken an noch Lebende. Ich füllte beide aus und mir fielen ganz viele Namen ein. Versehentlich warf ich diese beiden Zettel in die falsche Box. Es gab dort einen Korb und eine Box. Die Zettel im Korb wurden einmalig vom Priester während einer Zeremonie verlesen und in ein Gebet eingebunden. Die in der Box für einen längeren Zeitraum jede Woche. Naja, denen es galt und durch diesen Lapsus noch lange gilt sowie daran glauben, werden es schon merken. Doch ich hatte ein schlechtes Gewissen wegen der „falschen“ Box. Deshalb kaufte ich eine grosse Gedenkkerze. Dies ist auch bei unseren katholischen Kirchen üblich, dass man Kerzen zur Erinnerung, zum Gedenken oder zum Gebet für jemanden anzündet.

Danach ging es erst einmal durch die Altstadtgassen und in ein gemütliches Café.

Nach diesem beeindruckenden Spaziergang ging es zur Kirche der heiligen Theodora – sozusagen der Metropolitan Kathedrale. Die frühere Kaiserin Theodora hatte großen Einfluss auf die Gestaltung der heutigen orthodoxen Kirchen. Insbesondere die sogenannten Ikonen bzw. Bilder welche in den Kirchen hängen, gehen auf ihre Initiative zurück.

Hier noch ein Blick vom Fusse dieser Treppen aus, zur „neuen“ Festung. Laut meinem Profi-Reiseführer Mihalis lohnt sich deren Besuch allerdings nicht.

Weiter ging es an der Faliraki Beach und der Aussenbefestigung der Stadt, Richtung der alten, venezianischen Festung.

Auf den Weg lag die kleine Kirche des Sankt Nikolaus. Er und Spyridon waren wohl gute Freunde.

Und dann noch ein überraschendes Kleinod, versteckt in der Stadtmauer auf Höhe des Strandes: Die kleine Kapelle von „Virgin Mary-Panagia“.

Von da gingen wir zur Festung. Diese wurde übrigens von dem Deutschen Matthias von Schulenberg optimiert. Keine Ahnung wer das war, doch das stand auf einer Tafel und hörte sich interessant an. 😜

In der Festung selbst schauten wir nur ein Schmuckstück an. Es handelt sich um die Kirche des heiligen St. Georg. Auch bekannt als der Drachentöter. Wie in vielen griechisch-orthodoxen Kirchen welche ihm heilig waren, stimmte Mihalis ein Lied an. Er erlaubte mir dies in einem kurzen Video festzuhalten. Im Folgenden die Bilder der Kirche und der kleine Videofilm.

Unser nächstes grosses Ziel war der Mounth Pantokratos, der höchste Berg von Korfu. Unterwegs hielten wir noch an der Romeno-Bay an. Dort war eine kleine Kirche. Zu dieser führen verliebte Jungs ihre Angebetenen aus, um ihnen dort einen romantischen Antrag zu machen. Ihr wisst schon, das mit dem Ja, Nein, Vielleicht. 🥰 Mihalis tat es früher ebenso.

In der Zwischenzeit wurde der Lockdown bestätigt. Nun war klar, ab Samstagmorgen 6 Uhr gibt es landesweit einen harten Lockdown mit Ausgangssperre. Nun galt es eine Fähre zu finden welche mich morgen von der Insel aufs Festland bringt. Dies war gar nicht so einfach, denn offensichtlich wollten viele von der Insel runter. George und sein Vater Dimitrios Philoxinidis hatten mir zwischenzeitlich im Süden Griechenlands, ungefähr 300 km entfernt, einen festen Stellplatz für meinen Wohnwagen vermittelt, mit Strom und sanitären Anlagen. Diesen galt es Freitag vor 21 Uhr zu erreichen, denn ab dieser Uhrzeit trat ein Fahrverbot in Kraft.

Nun weiter auf den höchsten Berg. Von dort gab es wie erwartet eine tolle Aussicht. Wir hatten gerade noch Glück, denn Wolken zogen auf. Und, ich bekam Kopfweh. Die unzähligen Sendemasten unter welchen wir durchliefen strahlten so immens ab, dass es auf mich einwirkte. Das erinnerte mich an die ersten D-Netz-Telefone. Auch damals merkte ich im Kopf wenn ein Fahrgast im Auto ein altes Mobiltelefon dabei hatte und es eingeschaltet war. Mein Siemens P1 konnte ich nur mit Aussenantenne betreiben, sonst hätte es mir wohl das Hirn weggebrutzelt. Vielleicht hat es das auch!? 🤔🤪😉

Nun war der Rückweg angesagt. Da es spät wurde, wollten wir unterwegs was zum Abendessen suchen. Dies gestaltete sich schwerer als gedacht, denn auch hier gab es schon Schliessungen wegen des kommenden Lockdowns.

Zuerst fuhren wir nach Nissaki. Dort trafen wir „Napoleon“, den Betreiber einer Bar. Zum Essen hatte er nichts und die Taverne gegenüber hatte bereits geschlossen.

Weiter nach Agni:

Und wieder nichts zu Essen in Kalami:

Zu guter Letzt Kassiopi. Ein sehr schönes, besuchenswertes Dorf. Nach intensiver Suche und durchfragen fanden wir dann ein einziges geöffnetes Restaurant. Hier die Adresse, da die Little Italy Taverne sehr empfehlenswert ist:

Kassiopi 491 00, Griechenland
+30 2663 081749
https://maps.app.goo.gl/SrJeCgVtGZbFmYH79

Nun das letzte Bild des sehr erlebnisreichen Tages. Vielen, vielen DANK Mihalis-Ioan!

Nun ging es schnell wieder nach Hause zu Mihalis Familie. Dort gab es noch zwei Ouzo und dann ging es ins Bett.


Tag 8, 04.11.

Die Übungen vom Vortrag taten gut. Am Morgen wiederholte ich diese nochmals, was schon wesentlich besser ging als am Vorabend. Der Hexenschuss war weitestgehend Erinnerung. Natürlich merkte ich, dass ich noch vorsichtig sein musste. Zudem hatte ich durch die Schieber- und Wuchterei vom Dienstag Muskelkater an Stellen wo ich gar nicht wusste, dass dort Muskeln sitzen. Jedenfalls war klar, dies muss ein ruhiger Tag werden. Gerade als ich mit duschen fertig war, fuhr auf dem Grundstück ein Fischhändler vor. Der Fisch sah gut aus und roch sehr frisch. Ich war mir nicht sicher ob der Preis von 10 €/kg ein guter war. Nachdem jedoch die gestrigen Einkaufsversuche scheiterten, schlug ich auf den Handel ein und kaufte für 25 € leckeren Fisch. Was es für einer war weiss ich nicht. Vielleicht kann mir jemand von euch unten in die Kommentare schreiben, was es für einer ist.

Nach dem Fischeinkauf wurde erst mal ausgiebig gefrühstückt. Wie so oft erwischte ich „Trump“, ja so heisst die junge Katze, beim Schnorren auf dem Tisch. Trump war es schon gewohnt, dass ich ihn an Nacken packte und auf den Boden verwies.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für den Nachmittag war nun ein ruhiger Strandtag angesagt, um sich von den Strapazen des Vortrages zu erholen. Dazu waren wir an der Issos-Beach, welche wir bereits am Vortrag besichtigen. Mihalis ging etwas früher, um den Grill für den Fisch anzufeuern. Als er weg war konnte ich mich genüsslich, hüllenlos, nahtlos, bräunen. Der Teil weiter nördlich wird als FKK-Strand genutzt. Zudem war ich völlig allein an Strand.

Zum vereinbarten Zeitpunkt war ich wieder auf dem Grundstück der orthodoxen Kirche Pantokratos zurück. Die Familie Voicescu hatte bereits alles vorbereitet und Mihalis-Ioan grillte den Fisch. Er schmeckte ganz hervorragend. Mit diesem Essen und ein, zwei Gläschen Wein, liessen wir den erholsamen Tag ausklingen.

gN8 😴


Tag 7, 03.11.:

Heute gab’s eine Motorrad- und Roller-Tour durch den Süden der Insel. Mihail-loan fuhr mit seiner 125er Honda voraus und ich mit meinem 125er Yamaha-Roller hinterher. Wir begannen mit einer Stippvisite der Issos-Beach. Ein sehr weitläufiger Sandstrand mit Dünen.

Dann ginge es über kurvige Strecken nach Chlomos. Eines der typischen kleinen Dörfer auf der Insel. Hier eine Ansicht der Dachlandschaft dieses Ortes:

Der Friedhof des Dorfes: Normal halte ich auf meinen Caravan-Touren oft bei Friedhöfen an, da man hier  problemlos Wasser bekommt. In Griechenland ist das etwas anders weil hier die Gräber komplett aus Stein sind und niemand Wasser benötigt. An den Gräbern hier ist immer ein Bild des Verstorbenen zu sehen. Oft sind in Schreinen oder verglasten Kästen Erinnerungsstücke des Verstorbenen bein Grab.

Neben dem Friedhof ist die Kirche der Erzengel Michael und Gabriel. Vom Hof dieser Kirche hat man einen wunderbaren Ausblick bis nach Albanien rüber, ins Tal runter und auf die andere Seite der Insel. Leider war es etwas bewölkt und dunstig.

Und nein, das sind nicht die beiden Erzengel. 😉😇

Hier noch ein Foto des Ausblicks. Bei klarerem Wetter ist dieser sicher noch besser:

Wieder sehr kurvig ging es die andere Seite den Berg runter. Dabei bewies Mihalis sehr viel Umsicht mit vorausschauender und vorsichtiger Fahrweise. Wir erreichten nach kurzer Zeit Boukari, quasi die andere Seite der Insel. Der Bananenbaum zeugt vom angenehmen Klima auf Korfu.

Unterwegs sahen wir einige kleine Fischerboote. Mihalis erklärte, dass dies ein kleines Fischerdorf sei. Spontan kam mir die Idee für den heutigen Abend Fisch einzukaufen. Dies gestaltete sich schwerer als gedacht. Wir fuhren weiter nach Messogi. Dort trafen wir die Fischhändler Andrew und seine Frau Maria. Auch diese beiden hatten ihre Ware fast ausverkauft. Es gab nur noch eingelegte Sardinen in drei verschiedenen Dressings. Diese kaufte ich für das heutige Abendessen.

Auf unserer Motorradrundfahrt trafen wir auf eine Festung aus dem 13. Jahrhundert bei Gardiki.

Eigentlich sollte ich jetzt aufhören zu schreiben. Solche Geheimtipps verrät man nicht. Hier gab es einen der besten Weine die ich seit langem getrunken habe. Es ist deshalb ein Geheimtipp, weil hier noch alles von Hand gemacht wird und nur wenige 1000 Liter produziert werden. Auf dem Etikett könnt ihr die Adresse sowie den Namen des Weissweins und des Rotweins der Familie lesen:

Durch einen Zufall trafen wir dort auch den Autor vieler Weinführer, Nico Wanessis. Mit ihm diskutieren wir sehr viel über den Anbau und den Ausbau des Weins sowie die Produktion. Auch bezüglich des Geschmacks, insbesondere des neuen Weines des Jahrgangs 2020, gab es reichlich Inhalt. Dies im mehrfachen Sinne, sowohl bezüglich seiner Fachkenntnis, unseres Geschmacks und natürlich auch des Inhalts der Gläser.

Der Inhaber Paris-Spiridon Leivadiotis zeigte uns stolz seine Produktion, seine Abfüllanlage und seine Edelstahlfässer, seines kleinen Weingutes in Halikouna.

Zum Glück gab es hervorragendes, frisch gepresstes Olivenöl und viel Brot. Sonst hätte ich die Heimfahrt wohl nicht mehr geschafft.

Und noch ein Beweis des wohltuenden Klimas. Am See Koission (nicht zum Baden geeignet) gab es mehrere Flamingo-Kolonien:

Mikes Adventures-Tours

Nun wird es spannend. Mihalis wollte für den Rückweg eine Abkürzung nehmen. Er dachte es gäbe am See entlang eine Strasse oder einen Weg. Dies auch deshalb, weil von der anderen Seite tatsächlich ein Wegweiser Richtung See steht. Sicherheitshalber fragte er unterwegs noch einige Fussgänger. Ich verstand nicht was sie sprachen, doch es hörte sich so an als würde es irgendwie weitergehen. Am Ende des Weges, eigentlich am Ende des Schotterweges, kamen wir an eine Brücke. Auf der anderen Seite sah es nicht so aus als ginge ein Weg weiter. Die Brücke war gelinde gesagt auch nicht sehr vertrauenserweckend – siehe Bilder. Direkt neben der Brücke wohnte ein Fischer. Michael fragte diesen nach dem Weg. Mit Händen und Füssen deutete er an, dass es da schon irgendwie weiter ginge. Mike vertraute ihm. Ich war etwas misstrauisch doch wollte es versuchen. Über die Brücke konnte nur ein Mann gehen weil die Balken darunter völlig morsch waren. Ich bin mir ganz sicher, mit zwei Personen und einem der Leichtmotorräder gleichzeitig, wäre sie zusammengebrochen. So hievten wir jeweils eines der Motorräder auf der einen Seite hoch, einer ging damit rüber, der nächste folgte ihm und gemeinsam wuchteten wir die Motorräder wieder runter. So, ein Motorrad nach dem anderen. Die Brücke hielt stand. Zuerst war der Weg ja noch ganz passabel. Von einem Schotterweg führte er in einen Waldweg. Dann kam immer mehr Sand. Und, ehe wir uns versahen, steckten wir mitten in einer riesigen Dünenlandschaft. Irgendwann gab es kein Vor und eigentlich auch kein Zurück mehr. Wir liessen die Fahrzeuge stehen und Mihalis lief Richtung See und ich Richtung Meer, um den weiteren Weg auszukundschaften. Mike war davon überzeugt einen Weg am See entlang gefunden zu haben. Dies führte nur dazu, dass wir noch mal weitere 20 Minuten in die falsche Richtung kämpften. Letztendlich mussten wir umdrehen und den ganzen Weg zurückfahren. Fahren!? Nein schieben. Wieder an der Brücke angekommen wuchteten wir die Fahrzeuge wiederholt rüber und fuhren letztendlich völlig erschöpft und abgekämpft nach Hause. Alleine diese Odyssee dauerte fast vier Stunden.

Zu Hause angekommen spürte ich jeden Muskel und Knochen in meinem Körper. Oder was spürte ich? Vielleicht auch gar nichts mehr. Es war undefinierbar. Nur eines war klar, ich hatte zusätzlich einen kapitalen Hexenschuss! Um die Schmerzen etwas zu lindern warf ich erst einmal Diclofenac 75 mg retard ein.

Carmen hatte in der Zwischenzeit das Abendessen zubereitet. Ich konnte mit meinen Schmerzen kaum auf dem Stuhl sitzen. Papá Mihalis holte mir eine Decke und ein Kissen, womit wir eine keilförmige Sitzerhöhung bauten. So ging es halbwegs. Wir assen Suppe, die mitgebrachten eingelegten Sardinen und erzählen dabei von unserer Abenteuer-Tour.

Als die Schmerzen mit dem Medikament und etwas Entspannung nachliesen, machte ich noch einige Übungen, welche mir mein Physiotherapeut Michael Seidel vom Pearl und der Kampfsporttrainer sowie Schamane Ted Mattingly aus Hawaii mir beibrachten. Hier eine Anleitung dazu, falls ihr euch auch mal ohne Arzt und Therapeut in dieser Situation selbst helfen müsst. Was ich in dem Video vergessen hatte zu erwähnen: Möglichst durchgängig und gleichmässig über die Brust und so gut es geht nicht über das Zwerchfell atmen.

Kurz darauf fiel ich tot ins Bett. Gute Nacht, bis zum nächsten Tag.


Tag 6, 02.11.:

Guten Morgen zusammen,

hier die versprochen Sonnenaufgangsbilder:

Und hier noch eines in nördlicher Richtung. Ionisches Meer im Dunst:

Nach dem Frühstück geht’s zu Sisis Villa bei Gastouri auf das Achilleon. Später mehr…

… Hallo, da bin ich wieder. Sisis und Wilhelm II. Villa ist nett, doch keine 10 € Eintritt wert! Diese Sehenswürdigkeit könnt ihr getrost links liegen lassen und lieber am Strand ein Sonnenbad nehmen. Trotzdem will ich euch einige Eindrücke über Bilder vermitteln. Und, wenn ihr die gesehen habt, braucht ihr ohnehin nicht mehr hin 🤗:

Nun das wichtigste Exponat von Wilhelm II. 🤔:

Und, das wichtigste von Sisi 🤪:

Und nun, nun … Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der schönste Mann im ganzen Land? 😘 Naja, wer noch grosses Interesse an Spiegeln hat oder sich gerne selbst darin sieht – hier fast alle (ausser die beiden blinden, in einem der mehreren lieblosen Nebenräume):

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun Schluss mit den Selbstbildnissen. Sonst glaubt ihr an Ende noch, ich trotze vor Selbstbewusstsein⁉️😉

Doch das beste Highlight – und das ist ernst gemeint – ist des Kaiserinnen und Kaisers Aufzug – hier ein „illegales“ Scary-Movie (zumindest für deutsche Prüfingenieure und Sicherheitsfanatiker wird das der wahre Horror werden):

Und, wem dieser Video noch nicht gefallen hat, dem komme ich jetzt mit einem Tierfilm. Tiere ziehen immer:

Beinahe hätte ich noch ein Asu-Art®-Kunstfoto gefertigt. Siehe auch www.Asu.Art. Doch zu mehr als der ersten Testaufnahme kam ich nicht. Obwohl oder vielleicht gerade weil die Villa fast ohne Besucher war, lungerten die ganze Zeit mindestens zwei Aufsichtspersonen auf dieser Terrasse herum. Und nein, die kannten mich noch nicht! 😜 Hier das Testbild:

Nach so einem lauen Urlaubstag freute ich mich nun darauf den nächsten Strand zu besuchen. Man hatte mir dazu den (oder „die“ statt „the“!? – übrigens, solltet ihr Schreibfehler oder andere grobe Schnitzer entdecken, freue ich mich ganz ehrlich auf eure Korrekturvorschläge – am Smartphone getippt und dann auch noch mit der immer wieder reingrätschenden Wortkorrektur, ist so viel Text für mich echt schwer, vollständig zu erfassen) Issos Beach empfohlen. Auf dem Weg dort hin zeigte mein Navi etwas weiter eine nicht benannte Sehenswürdigkeit, ebenfalls an einem Strand an. Neugierig bog ich nach Gefühl in eine Nebenstrasse ein – ihr wisst ja, da bin ich recht unerschrocken und tiefenentspannt.

Kurz nach der Abzweigung sah ich plötzlich ein Schild „Monastery of Pantocrator“. Wenn ich den Priester, vom welchem ich gleich noch mehr schreibe, richtig verstehen habe, bedeutet dies „Kirche des all umfassenden Heilandes“. Das Schild weckte mein Interesse und ich hielt an um die Kirche anzuschauen. Ich finde Kirchen spiegeln immer einen Teil der Kultur einer Region wider. Zwei Hunde machten ihre Arbeit richtig und bellen was das Zeug hielt. Kurz darauf hörte ich eine Männerstimme welche irgend etwas den Hunden zurief. Dann sah ich einen kräftigen Mann mit einem Knüppel mir entgegen kommen – so zumindest meine Wahrnehmung. Als er mich sah stellte er sofort den dicken Holzstock auf die Seite. Mein Anblick wirkte wohl nicht sehr bedrohlich. Es begrüsste mich freundlich Papás Mihail Voicescu. Auf meine Bitte hin zeigte er mir die Kirche.

Zuerst war hinter dem Haus eine archäologische Grabungsstätte der Urkirche aus dem 12. Jahrhundert dran. Durch ein schmales Fenster hindurch konnte ich von den Archäologen freigelegte Original-Fresken erkennen, welcher ein bis zwei Meter unter das heutige Bodenniveau hinab reichten. Papás Mihail hatte leider keinen Schlüssel. Den hat nur das Ausgrabungsteam welches seit März aus bekannten Gründen nicht mehr da war. Sogleich bot ich an die Tür zu öffnen. Ihr wisst ja …. Das schien dem Pfarrer im ersten Moment reizvoll zu sein indem er spontan erwiderte, man müsse die Tür jedoch wieder abschliessen. Von mir kam: „Kein Problem, mache ich.“. In der selben Sekunde holte ihn das Gewissen ein oder gar der Heilige Geist „klopfte an“ und er lehnte freundlich ab. Hätten wir geöffnet, so hätte dies keiner hier erfahren. Doch so kann ich von dieser netten Anekdote schreiben. 😇

Danach war die 250 Jahre junge Kirche neben dem Wohnhaus dran. Der Hausherr lebte richtig auf und zeigte mir jedes Detail. Die umfangreichen Fresken hinter dem Altar und an den althistorischen Altarraumtüren, die Fahne sowie unzählige Bilder überwältigen mich. Dies auch, weil Pápa Mihalis zu vielen Bildern sowohl historische als auch biblische Geschichten parat hatte.

Nach einer der intensivsten Kirchenführungen welche ich je hatte, ging es sozusagen in das Pfarrhaus. Äusserst gastfreundlich wurde ich von ihm zum Kaffee eingeladen. Echter griechischer Kaffee auf einem Campingkocher zubereitet – welch ein Genuss.

Der zweite Kaffee wurde daraufhin noch mit einem Metaxa verdünnt und wir beide philosophierten in Englisch über Gott und die Welt. Währenddessen kamen seine Frau und einer seiner Söhne an. Mihail-loan  gesellte sich sogleich zu uns. Und, bevor ich mich richtig versah, war ich von der Chefin des Hauses (so die Aussage ihres Mannes), Carmen Voicescu zum Abendessen eingeladen.

Im Gespräch gab ich an was ich beruflich mache. Sogleich hatte ich eine Aufgabe. Ein schon lange einzubauendes Kastenschloss wartete auf meinen Einbau. Forsch gab ich an, dies sei in einer halben Stunde erledigt. Da wusste ich allerdings noch nicht auf welch dürftige Werkzeugausstattung ich treffe. Diese konnte mein Camper-Notwerkzeug auch nicht ausgleichen. Mit der durchgerosteten Schubkarre vor dem Haus, in welchem ein Loch mit einer Plastiktüte geflickt wurde, hätte ich es erahnen können. Dies konnte mein Camper-Notwerkzeug auch nicht ausgleichen. Zwischendurch frotzelte ich, wenn wir jetzt den Bauhandwerker (griechisch τέκτων) Jesus an unserer Seite hätten, bekämen wir von ihm besseres Werkzeug. Ein Priesterhaushalt ist halt einfach kein Handwerksbetrieb. Mit Hilfe der Ausrüstung des österreichischen Nachbarn Reinhard, vollbrachten wir das Werk nach gefühlt zwei Stunden. Das leckere Essen davor – DANKE Carmen – sowie den Schnaps danach, hatten wir uns alle dadurch redlich verdient.

Nach einer erfrischenden Dusche und weiteren zwei Metaxa, übernachte ich nun bei meinen herzlichen Gastgebern im Vorgarten. Vielen Dank und gute Nacht. 😴

PS: Katja, falls du mitliest; zwei Pflanzenableger bringe ich wohl von hier mit. 😀


Tag 5, 01.11.:

Von Allerheiligen merkt man hier auf Korfu und vermutlich in ganz Griechenland nichts. Wie auch, denn hier feiert man diesen Tag am ersten Sonntag nach Pfingsten. Die kleinen Lebensmittelläden in den Dörfern hatten offen und die Griechen welche ich traf badeten bzw. sonnten sich am FKK-Strand von Mirtiotissas. Es gab einen einzigen Ausländer am Strand – einen Deutschen. 😉 Jedenfalls ist der Strand sehr sauber und das Wasser extrem klar. Toll ist auch, dass von den Felsen ein keiner Wasserfall am Rande des Strandes fällt. Unter diesem bekommen die Besucher nach dem Baden Haupt und Körper salzfrei. Man kommt dort eigentlich nur mit dem Zweirad oder einem Kleinwagen hin. Mehr dazu in meinem aktuellen Road-Movie meiner facebook-Chonik.

Hier zwei Ansichten dieses Strandes:

Der Strandtag endete entspannt ohne Sonnenbrand. Damit wäre Tag 5 eigentlich schon erzählt, doch gehe ich noch kurz auf meinen heutigen Übernachtungsplatz ein. Ich stehe auf dem grossen Besucherparkplatz des „Kaiserthron“ von Pelekas. Wie Wilhelm II. konnte ich von diesem hoch gelegenen Aussichtspunkt den Sonnenuntergang sehen. Und, morgen Früh auf der andern Seite den Sonnenaufgang 😇. Der wird von der Blickrichtung des letzten Bildes erscheinen. Wenn ich rechtzeitig wach bin, gibt’s das gleiche Fotomotiv morgen mit der aufgehenden Sonne.

Nun wünsche ich eine gute Nacht und fördert eure Gesundheit.


Tag 4, 31.10.:

Mit der selben Ansicht wie ich gestern aufgehört hatte, fange ich heute an. Statt dem Vollmond ist allerdings die aufgehende Sonne zu sehen. Gleich vorweg, der Beitrag von heute endet mit einem typischen Dieter-Sonnenuntergang 😉.

Zum Glück habe ich heute nicht mehr wie damals die üblichen Reisewecker dabei. Da im Osten die Sonne aufgeht (im Süden nimmt sie ihren Lauf und im Westen geht sie unter 😇), ist Griechenland eine Stunde früher dran. Nur durch mein intelligentes Smartphone, welches meine Defizite und damit die andere Ortszeit ausgleicht, bin ich heute pünktlich aufgewacht.

So richtig wusste ich noch nicht wo ich hin sollte. Wie auch, die Reise war völlig ungeplant. Doch beim Verlassen der Fähre sah ich eine andere Fähre, welche nach Korfu fahren wird. Sogleich bin ich an den Ticketschalter und löste eine Überfahrt auf diese Insel. Promt standen mein Caravan-Gespann und ich auf dem nächsten Schiff. 🤗

Dabei stellte ich dankbar fest, wie frei und flexibel ich tatsächlich bin. Das Leben ist schön! Ich glaube, das folgende Bild drückt dies ganz gut aus:

Am Nachmittag vor der Abreise kaufte ich mir noch schnell einen „POLYGLOTT on Tour“ zu Griechenland. Darin sind 18 sehr kurz beschriebene Touren durch die Landesteile. Es werde nur ganz knappe Empfehlungen gegeben und einem das Erleben selbst überlassen. Das ist gut so, denn ich mag gerne selbst entdecken und fühlen, was ein Ort in mir auslöst.

Da ich mich spontan für Korfu entschieden hatte, war Tour „16“ 😉 als erstes dran.

Zuerst ging es zur Engelsburg „Festung Angelocastro“ bei Krini. Vorab; wer nicht geübt ist wie ich, mit einem Vierachs-Lkw-Berger mit angehängten Sattelzug mit über 70 Tonnen zu fahren, sollte es tunlichst sein lassen, mit einem Caravan-Gespann oder einem Wohnmobil grösser als einen VW-Bus da rauf zu fahren. Und, schon gar nicht in der Saison. Selbst ich musste um zwei Kurven herum mit meinen Gespann 200 m rückwärts fahren, um wieder wenden zu können. Es empfiehlt sich für übliche und selbst geübte Camper-Fahrer in Kiri zu parken und mit einem E-Bike oder Roller die Tour zu machen. Die Anstrengungen werden mit einem unvergesslichen Ausblick belohnt.

Weiter auf Tour 16 ging es nach Paleokastritsa zum Kloster. Da können auch ängstliche Camper hochfahren, denn die Engstelle ist mit einer Ampel geregelt damit kein Gegenverkehr kommt. Oben auf dem Parkplatz ist ausreichend Platz zum Wenden.

Auch hier gibt es traumhafte Ausblicke und einen Ort zur Ruhe. „Wunsch“-Kerzen sind ebenfalls in der kleinen Kirche zu bekommen.

So, jetzt wird’s sehr eng. Da half alles beten bzw. die Wunschkerze im Kloster nichts. Doch wenn ich unterwegs bin passiert das halt hin und wieder. Meist fahre ich abseits üblicher Touristenrouten. Nichts für schwache Nerven. Beifahrer/innen müssten wohlwollend eingestimmt sein und mit Tiefenentspannung mitfahren. An dieser Stelle musste ich den Wohnanhänger abhängen und erst mal den Mazda um die Kurve fahren. Drei griechische Männer halfen mir danach ganz freundlich den Anhänger um die Hausecke herumzuschieben und wieder anzukuppeln. Auch deshalb wollte ich derzeit weit weg von Deutschland. Diese Gelassenheit findet man bei uns selten bis gar nicht. Da wäre gleich das Geschrei gross gewesen und der Ruf nach der Polizei greifbar nahe. Der Umgang untereinander in der aktuellen Lage zeugt von dieser „deutschen“ Mentalität.

So, nun wie versprochen das für alle obligatorische Urlaubsbild: Der Sonnenuntergang ❗🥰

gN8 und bis morgen


Tag 3, 30.10.:

Heute war ich der erste im Check in und es ist alles gut gegangen (zum Glück hatte ich die Zulassungsbescheinigungen digital dabei, sonst hätte ich zurück zu den Fahrzeugen und mich wieder hinten anstellen müssen). Nur die blöden Kaffeemaschinen verstehen mich wiederholt nicht, wenn ich „senza zucchero“ möchte. 🤗☕

Und, ich hatte bei der Beantragung des Einreise-Dokumentes „PLF“ für Griechenland „Einschiffung“ und „Ausschiffung“ verwechselt. Ich dachte, ich werde im Hafen von Igoumenitsa „ausgeschifft“, also ich fahre aus dem Schiff. 🤔 Doch die sehr nette Dame am Check in-Schalter lächelte wohlwollend und sagte milde: „Das passiert vielen Deutschen.“.

So warte ich nun auf das Boarding und nun korrekt; die Ausschiffung aus Ancona.

Boarding und mein Camping on Bord-Stellplatz für heute Nacht, bis zur Ankunft morgen früh in Griechenland. Wer findet den Elch ⁉️🤔🤗😀

(Fortsetzung folgt, wird heute Abend noch ergänzt)

Die Fortsetzung folgt nun am Tag 4. Ich hatte nicht daran gedacht, dass auf dem Meer nicht genug Mobilfunksendemasten stehen. 🤪

Die Fähre war nicht einmal zur Hälfte gefüllt.

Man kam sich vor, wie auf einem Geisterschiff:

Sogar die Flagge 🇬🇷 war nicht gehisst ⁉️🤔

Zwischendurch ein Camper-Tipp: Nehmt zum Duschen immer schnell trocknende Kunststoffschuhe mit, mit etwas höherer Sohle. Normale, flache Badelatschen reichen nicht. Oft sind die Abflüsse verstopft und der Wasserspiegel hat dann schnell ein bis zwei Zentimeter.

So ging ich früh bei Vollmond, geduscht sowie müde ins Bett und freute mich auf den kommenden Tag in Griechenland.

gN8 😴


Tag 2, 29.10.:

Heute bin ich erst um 1:30 Uhr von zuhause losgefahren. Vorher war es nicht möglich. Neben den u. a. aufgeführten Tätigkeiten schrieb ich noch eine Klageerwiderung (die Klage eines Vertragspartners, welcher keine Ahnung von kaufmännischen Gepflogenheiten hat und völlig unnötig die Gerichte und mich belastet, wurde mir am Dienstagmittag auch noch zugestellt – dieser Mensch ist als Streithammel bekannt) und brachte diese auf das Amtsgericht. Zudem hatte ich noch gar nichts gepackt. Dies gestaltete sich, mit den Gedanken eines Zeitraumes von vier bis sechs Wochen oder je nach Entwicklung auch darüber hinaus, länger als geplant – eigentlich wie immer 🤗. Ich musste neben der Dauer an verschiedene Klimabedingungen, Möglichkeiten zum Waschen, geschlossene Einrichtungen, denkbare Erkrankung oder Verletzung und vieles mehr denken. Da es nicht meine erste längere Reise ist und ich in den 40 Camperjahren viele Erfahrungen gewonnen habe, sollte ich für alle Fälle über die Runden kommen.

In der ersten Etappe schaffte ich es noch im Dunkeln auf die Raststätte nach dem Gotthard in die italienische Schweiz. Dort musste ich erst ein Nickerchen machen. Das Durcharbeiten ohne Pause bis zur Abreise zollte seinen Tribut. Bei vollem Tageslicht wachte ich auf und setzte die Fahrt in Richtung Ancona fort. Mit drei Pausen, drei Power Nappings und drei Kaffee, kam ich schliesslich in Ancona an.

Auf den Weg machte ich noch in voller Sehnsucht nachfolgendes Bild. Wer errät was meine Sehnsucht ausgelöst hatte, lade ich nach meiner Rückkunft zum Essen ein. Schreibt die Lösung einfach in das Kommentarfeld.

In Ancona angekommen hielt ich erst mal bei einem Lebensmittelhändler und kaufte für’s Abendessen, Frühstück sowie den folgenden Tag auf der Fähre ein.

Jetzt stehe ich als einziger auf dem Parkplatz des Check in-Terminals und warte auf die Öffnung morgen 8 Uhr.

Bis morgen und gute Nacht. 😘


Tag 1, 28.10.:

  • mit Garagenmieter Vertrag schliessen
  • Kautionsunterkonto für neuen Mieter beantragen
  • Wohnwagenbatterie laden
  • Tanzschuhe Sohlen ankleben
  • Corona-Test für Fähre machen – NEGATIV 🥳😊🤩😇 …
  • … Entscheidung für Griechenland
  • Fähre Ancona nach Igoumenitsa mit „Camping on Bord“ für Freitag buchen
  • griechisches Einreisedokument „PLF“ online ausfüllen – mal sehen ob das gut geht, denn dieses Formular ist katastrophal programmiert mit x Fehlern 🤔
  • Winterreifen wechseln
  • Wohnwagen einräumen
  • heute will ich noch durch die Schweiz kommen (hat nicht geklappt – siehe Tag 2)

Tag 0: Das war eigentlich seit Sommer mit Start für 10. Oktober 2020 geplant:

Start in Rottweil – das ist neben den Nordlichtern das einzige was feststeht. Und dann …
▪️ 🇩🇪 Nürnberg oder nördlicher
▪️ 🇨🇿 Prag oder 🇩🇪 Dresden oder Berlin
▪️ 🇵🇱 Warschau und weiter nach Masuren
▪️ 🇱🇹 Litauen
▪️ 🇱🇻 Riga
▪️ 🇪🇪 Tallinn oder alternativ mit Visum über 🇷🇺 St. Petersburg
▪️ 🇫🇮 Helsinki und weiter nach Oulu
▪️ 🇳🇴 Nordkapp
▪️ Narvik, Trondheim, Olso
▪️ 🇩🇰 und zurück
Für diese Tour habe ich mir eine Wechselgasflasche ausbauen und dafür eine LPG-Tankflasche einbauen lassen. Dies machte schnell und preiswert, einschliesslich TÜV-Gutachten für die Eintragung der baulichen Änderung: Klaus Dollas, Albstadt, https://autogas-profi-albstadt.de/
Wenn’s klappt, wird diese Tour im Frühjahr oder Herbst 2021 durchgeführt.

Kommentare

3 Antworten auf Statt Polarlichter, Frust-/Lust-Tour ins Warme

  1. Karl-Heinz Faisst sagt:

    Kompliment, lieber Dieter. Du steuerst wunderbare Ziele an.
    Solltest du einen Steinhaufen mit Dach in interessanter Lage entdecken, bin ich für Hinweise dankbar.
    Warum: Womöglich haben wir demnächst etwas Geld übrig, das wir sinnvoll anlegen wollen.
    Wichtig sind: Wasser, Strom (bestimmt viel günstiger als in unserer Öko-Diktatur), www, Einkaufsmöglichkeit für Grundnahrungsmittel, keine Weltreise bis zum nächsten Arzt, nette Nachbarn, Zufahrtsmöglichkeit mit gewöhnlichem Auto.

    • Ich halte mal die Augen offen. Es stehen hier und da Verkaufen-Schilder an einigen Häusern. Und, mobiles Internet scheint hier deutlich besser zu sein als in Deutschland. Wie es mit einer Kabelverbindung aussieht weiss ich nicht. Ich würde empfehlen ein ganz kleines Wohnmobil zu mieten und einfach selbst auf Suche zu gehen. Ein solch kleines ist zwar etwas unkomfortabel doch bei diesen Nebenstrassen hier erforderlich, wenn du dem Vermieter nicht x Schäden zahlen willst.

  2. Karl-Heinz Faisst sagt:

    Spannend, dieser Blog. Gefällt mir sehr gut, weil informativ und unterhaltend zugleich.
    Was gab‘s denn im Pfarrhaus zum Abendessen – außer Metaxa?

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